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TU Berlin

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»Mit Recht und jenseits des Rechts? Feministische Perspektiven auf Urban & Housing Commons«

Das Projekt (Laufzeit 2021 – 2024) ist eines von sechs Teilprojekten der DFG-geförderten Forschungsgruppe »Recht – Geschlecht – Kollektivität. Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung«. Es knüpft inhaltlich an das Projekt der ersten Förderphase an, das 2018 – 2021 unter dem Titel »Die Neuerfindung des Kollektiven? Zur ›Wiederentdeckung‹ des Gemeinsamen. Eine Untersuchung von Diskursen und Praktiken urbanen Wohnens in Gemeinschaften« lief.

In der erste Förderphase nutzten wir Commons als theoretisch sensibilisierendes Konzept, um Gemeinschaft in Bezug auf den Untersuchungsgegenstand – urbanes Wohnen in Gemeinschaften – in nicht essentialisierender Weise zu denken und zu analysieren. Vertiefend werden in der zweiten Phase zentrale Bereiche der urban & housing commons untersucht: Prozesse der Entstehung (re-claiming) und der langfristigen Aufrechterhaltung (maintenance) von Commons. Auf dieser konzeptionellen Basis werden mittels zweier ethnografischer Fallstudien empirische Fäden der ersten Phase weiter geführt. Aufgrund der stadtpolitischen Relevanz wohnraum­sichernder neuer Modelle von Trägerschaft untersucht Fallstudie A den ersten Community Land Trust in Deutschland. Er strebt - im Sinne des (re)-claiming - eine demokratische Form der Trägerschaft durch Bewohner*innen und Nachbarschaft sowie die langfristige Dekommodifi­zierung von Boden und Wohnraum an, mithin commonsbasierte und -sichernde Eigentums­verhältnisse. Zum anderen erwies sich das Thema Sexismus und sexualisierte Gewalt in gemeinschaftlichem Wohnen als empirisch relevant. Fallstudie B untersucht kollektive Aushandlungen, nachdem solche Übergriffe statt gefunden haben: Konflikte im Bereich der maintenance also, in denen Ein- und Ausschluss, (informelle) Hierarchien und die intern gegebenen und gelebten Regeln ausgehandelt werden.

Ziel des Projektes ist es, empirisch zu erfassen, wie in urban & housing commons solidarische Beziehungsformen erprobt werden und welche Rolle Recht darin spielt. Die Zusammenschau der Fallstudien untersucht a) potenzielle Zusammenhänge zwischen formal-strukturellen Aspekten und Beziehungsweisen in Commons und leistet damit einen Beitrag zur systematischen Verknüpfung von Prozessen des re-claiming und der maintenance. Das Projekt erforscht b) zwei Weisen im Umgang mit Recht. Es fragt einerseits nach Möglichkeiten, geltendes Recht für die Entwicklung Commons-schützender Rechtsformen nutzbar zu machen; und andererseits danach, wie ‚Institutionen des commoning‘ funktionieren, die, dem Prinzip der Selbstorganisation folgend, abseits der geltenden Rechtsordnung praktiziert werden. Die Untersuchung erweitert eine bislang periphere feministische Commons-Forschung: Sie nimmt die Diskrepanz zwischen der Imagination emanzipatorischer Beziehungsweisen und der beobachtbar machtförmigen Alltagspraxis in den Blick.

www.recht-geschlecht-kollektivitaet.de

Team des Teilprojekts am ZIFG: Sabine Hark, Hanna Meißner, Bettina Barthel, Nina Fraeser, Frederike Grund

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