TU Berlin

Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und GeschlechterforschungRingvorlesung »Die doppelte Verwertung«

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Ankündigung: Die doppelte Verwertung. Vom Verschwinden des Unbewussten aus dem Wissen der Disziplinen

Lupe

Die Geschichte des Unbewussten ist seit seiner ‚Entdeckung‘ um 1800 eine umkämpfte Geschichte. Schon die Frage, ob es entdeckt oder erfunden wurde, ist letztlich unbeantwortbar.
Das Unbewusste war zudem immer auch das Unbewieseneund selbst jene, die von seiner Existenz überzeugt sind, sind sich uneinig, was das Unbewusste genau ist und wie es wirkt.
Die Vorträge der Ringvorlesung gehen vor diesem Hintergrund aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage nach dem Status des Unbewussten in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen nach. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass insbesondere in den an Zahlen, Metrisierung und Standardisierung orientierten Disziplinen eine Verdrängung des Unbewussten stattfindet, die so auch das Unverfügbare wegrationalisiert.
Was aber passiert, wenn Standardisierung und Ökonomisierung menschlicher Belange vorangetrieben wird und die Räume für Träume und Utopien – und damit auch die der politischen Kämpfe für andere Gesellschaftsordnungen – in geordnete Bahnen der Effizienz und Output-Orientierung gelenkt werden? Verschwinden mit dem Unbewussten dann auch die Möglichkeiten, sich der Rationalisierung zu entziehen und Neues zu ermöglichen? Und wie können wir diese Fragen nicht gegen, sondern mit Hilfe neuer Technologien artikulieren?
An diesen Diskussionen dranzubleiben, ist daher auch eine Aufforderung, das vermeintlich nicht (Ver)messbare und Kategorisierbare immer wieder ins Labor, die Wissensproduktionsstätten und in die Interpretationen einer scheinbar bis ins kleinste Details verwalteten und über Risikoberechnungen vorhersagbaren Zukunft hineinzutragen.


Termine:
30.10.19 Vera King, 13.11.19 Antoinette Rouvroy,
27.11.19 Ranjana Khanna, 04.12.19 Ilka Quindeau,
11.12.19 Cornelius Bock, 15.01.20 Marie-Luise Angerer,
22.01.20 Deboleena Roy, 31.01.20 Judith Butler.
Mittwochs von 18-20 Uhr: Raum H 0110, TU Hauptgebäude
(ausser Freitag 31.1.2020: Raum H 0105), TU Hauptgebäude

 

Übung zur Ringvorlesung

In der Übung zur Ringvorlesung werden das Konzept und die zu Grunde liegende Fragestellung der Ringvorlesung vertiefend vorgestellt und besprochen. Es werden gemeinsam Texte der Vortragenden gelesen und diskutiert. Der Fokus der Übung liegt auf den Natur- und Technikwissenschaften.
Alle Fachdisziplinen greifen auf Modelle zurück, diese theoretischen Perspektiven dienen der Reduzierung von Komplexität; gleichzeitig aber beinhalten sie Wertsetzungen. Insbesondere in den Natur- und Technikwissenschaften geht diese Modellbildung häufig mit einer Dezentrierung des Menschen einher. Um objektive Wissenschaft zu betreiben, so die Vorstellung, müssen menschliche Beobachter*innen aus den
Mess- und Verdatungsinstrumentarien herausgehalten werden. Schaut man sich die Entwicklung neuerer Technologien der letzten dreißig Jahre an, so fällt auf, dass sie insbesondere der Standardisierung und der Berechnung dienen, die, so die Idee, durch das Sammeln und Berechnen individueller
Daten im Vergleich zu einem gesellschaftlichen Durchschnitt, eine Zukunftsprognose erlauben. Welchen Stellenwert haben die Konzeptionen bewusst und unbewusst in den Wissenschaften, welche Erkenntnis über Menschen und Körper generieren wollen?


Termine:
23.10.19, 06.11.19, 20.11.19
08.1.20, 29.1.20, 05.2.20, 12.2.20
Mittwoch 18.oo – 20.oo Uhr
Raum H 0110, TU Hauptgebäude

 

 Den Flyer zur Ringvorlesung gibt es hier.

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