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Weiße Frauen lehren und lernen. Eine kleine Geschichte afroamerikanischer Erziehungsprojekte von der Rekonstruktion über die Bürgerrechtsbewegung bis zu Black Lives Matter.

Dr. Gabriele Dietze (Berlin)

25. November 2020, 18 Uhr c.t.

Die meisten der befreiten Sklav*innen konnten nach dem US-amerikanischen Bürgerkrieg weder lesen noch schreiben. Scharen von älteren unverheirateten weißen Frauen kamen im Dienst des ‚Freedman Bureaus‘ in den Süden, um Schulen zu gründen und zu unterrichten. Der berühmte frühe Bürgerrechtsdenker W.E.B. Du Bois sprach anerkennend von der „New England Schoolmarm“: “Behind the mists of ruin and rapine waved the calico dresses of women, who dared, after the hoarse mouthings of the field guns rang the rhythm of the alphabet.” Fast hundert Jahre später reisen erneut weiße und Schwarze Frauen im so genannten ‚Freedom Summer‘ von 1964 in den segregierten Süden und eröffneten Untergrundschulen, damit eingeschüchterte Afroamerikaner*innen wagten, sich als Wähler*innen registrieren zu lassen.

Im Women’s March gegen Donald Trump gaben weiße Feministinnen nach breiter Kritik die Führung ab, und in Black Lives Matter reihten sich weiße Frauen ein, in dem großen antirassistischen Projekt mit zu marschieren. Anhand von historischen Beispielen soll gezeigt werden, wie sich im US-amerikanischen Fall Wohltätigkeit, Bildung und Politik verflochten haben, wie Intersektionen von Rassismus, Sexismus und Klasse wirksam wurden und wieviel white privilege Gleichheit und Gerechtigkeit für Afroamerikaner*innen behindert hat und noch behindert. Der Vortrag möchte den langen und unabgeschlossenen Weg der Dekolonisierung des Wissens über race und whiteness am Beispiel der Bildungs- und Lernerfahrungen weißer Frauen und Feministinnen nachzeichnen. Damit verbunden ist eine Kritik an ‚maternalistischen‘ Anti-Rassismen und ein Ausblick auf nicht-farbenblinde und hegemoniekritische Lehr- und Lernversuche.

 

Dr. Gabriele Dietze ist ein travelling scholar. Sie lehrt und forscht zu Gender, Race, Media, Sexualpolitik sowie zu Rechtspopulismus. Publikationen sind u.a.: Weiße Frauen in Bewegung. Genealogien und Konkurrenzen von Race- und Genderpolitiken, Bielefeld (transcript) 2013; Sexualpolitik. Verflechtungen von Race und Gender, Frankfurt/M. (Campus) 2017; Sexueller Exzeptionalismus. Überlegenheitsnarrative in Immigrationsabwehr und Rechtspopulismus, Bielefeld (transcript) 2019; zusammen mit Julia Roth (Hg.), Right-Wing Populism and Gender in Europe and Beyond, Bielefeld (transcript) 2020.

 

 

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