TU Berlin

Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung09.12.2020 Maisha Maureen Auma

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Dekolonialität als De/Provinzialisierung der Weltauslegungen von rassistisch marginalisierten Wissenskontexten und Akteur*innen

9. Dezember 2020, 18 Uhr c.t.

Prof. Dr. Maisha M. Auma, Berlin

Dekoloniale Kritiken an der Normalisierung einer weißzentrischen, westzentrischen und zudem geschlechtshalbierten Bildungstheorie weisen den darin zugrunde gelegten Bildungsbegriff als kolonial geprägten Begriff aus: die westliche Vorstellung von Bildung sei von der Kolonialität von Macht und Wissen, der Kolonialität des Seins und der Kolonialität von Gender durchzogen. In meinem Vortrag werde ich mich ausgehend von diesen Kritiken mit Aufrufen zur Provinzialisierung Europas als geopolitischen Ort samt seiner Wissensproduktionen befassen. Die Zentrierung des Westens und des Weißseins besteht in dieser Perspektive nicht nur aus ‚geopolitics of knowledge‘, sondern auch aus ‚body politics of knowledge‘. Das meint, dass durch die koloniale Ordnung privilegierte Körper als Prototyp der menschlichen Erfahrung gelten und damit auch in der (Erziehungs- und Bildungs-)Wissenschaft zentriert werden. Dekolonial orientierte Praxisformen der Dezentrierung umfassen daher nicht allein den Abriss von Statuen (u.a. von kolonialen Akteur*innen, Monumente der Erinnerung, die ihre durch Invasion, Unterwerfung und Genozid geprägten Handlungen normalisieren) oder die Umbenennung von Straßen sondern gerade auch die Kritik an weißzentrischen Curricula und Lehrkörpern in Bildungseinrichtungen. Seit einiger Zeit formieren sich intellektuelle Bewegungen, die von Dekolonialität inspiriert die De/Provinzialisierung der Wissensproduktionen und Weltauslegungen von durch Kolonialität marginalisierten Gesellschaften, Communities und Akteur*innen fordern. Wie sind diese Bewegungen imstande die Wissens-, Körper- und geopolitischen Verhältnisse der Wissensproduktion und Wissenszirkulation dekolonial in Bewegung zu bringen?

Prof. Dr. Maisha M. Auma ist Erziehungswissenschaftler*in mit den Arbeitsschwerpunkten Diversität, Rassismuskritik, Dekolonialität und Intersektionalität. Seit 2008 ist sie Professor*in für Kindheit und Differenz (Diversity Studies) an der Hochschule Magdeburg-Stendal, am Standort Stendal. Sie war Gastprofessor*in für Gender/Diversity Studies und Erziehungswissenschaften am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie vertritt im SoSe 2020 und im WiSe 2020/21 die Professur für Interdisziplinäre Frauen und Geschlechterforschung am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen und Geschlechterforschung an der der Technischen Universität Berlin. Sie ist seit 1993 bei ADEFRA Schwarze Frauen* in Deutschland aktiv und begleitet fachlich mit ihrem wissenschaftlichen Team die UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft (2015-2024) für den Berliner Senat.

Aufgrund der aktuellen Situation wird die Veranstaltung online über zoom stattfinden.

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