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TU Berlin

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GENDER TECHNIK MUSEUM

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GENDER TECHNIK MUSEUM. Strategien für Geschlechtergerechtigkeit  in der Sammlungs-, Ausstellungs-, Vermittlungs-  und Personalpolitik technischer Museen

 

Projektführung:
Dr. Daniela Döring & Dr. Hannah Fitsch

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt startete am 1. Oktober 2015.

GENDER TECHNIK MUSEUM initiert im deutschsprachigen Raum einen Erfahrungsaustausch und Vernetzung zwischen den Technik- und Wissenschaftsmuseen und der Geschlechterforschung sowie Förderprogrammen für Frauen in Naturwissenschaft und Technik. Dabei geht es einerseits darum, das Innovationspotential der Genderstudies in die museale Praxis einzubringen und andererseits Aspekte der materiellen Kultur, kuratorische und ästhetische Praktiken in der Wissenschaftslandschaft fruchtbar zu machen.

Die Maßnahmen zielen darauf ab, einen Wissenschafts-Praxis-Dialog anzuregen, der geschlechtsspezifische Ungleichheiten in der Sammlungs-, Ausstellungs-, Vermittlungs- und Personalpolitik thematisiert und konkrete Handlungsempfehlungen für Chancengleichheit erarbeitet. Anhand von vorbildhaften Fallbeispielen werden Strategien für die Museumspraxis entwickelt und darüber hinausgehende zukünftige Netzwerktätigkeiten, Kooperationen und Forschungsprojekte aufgebaut.

Damit werden Genderaspekte und Chancengleichheit in die Bildungsinstitution implementiert und in eine breite Öffentlichkeit gestellt.

Das Projekt wird durch die Auftaktkonferenz „Techno|logien der Geschlechter? Strategien für eine gendergerechte Museumspraxis“ am 10.-11.12.2015 im Deutschen Technikmuseum Berlin eröffnet. Die Ergebnisse der Studie werden in einer Publikation und Website veröffentlicht.

Sonderausstellung »uni-form? Körper, Mode und Arbeit nach Maß«

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im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte

Kutschstall, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam

15. April bis 24. Juli 2016

Die Ausstellung erzählt die Geschichte der seriellen Bekleidungsproduktion und ihrer Suche nach dem passenden Maß. Anders als das auf den individuellen Körper bezogene Schneiderhandwerk verlangt die massenhafte und arbeitsteilige Fertigung von Kleidung nach universalen Größensystemen. Ausgangspunkt ist daher das Maßnehmen, das den Menschen in Messstrecken und Zahlen zerlegt, um daraus wiederum ein dreidimensionales Kleidungsstück zu modellieren. Das Vermessen zergliedert jedoch nicht nur den menschlichen Körper, sondern teilt auch das einst ganzheitliche Handwerk in einzelne, standardisierte Arbeitsbereiche.

Von den ersten Mustergrößen für die Uniformherstellung über zahlreiche Systeme der Konfektion bis hin zu statistischen und digitalen Messverfahren hält das Ringen um die richtige Passform bis heute an. Die szenische Erzählung fragt anhand von historischen Exponaten, künstlerischen Werken und Vermessungen am eigenen Körper nach den Maßstäben und Normen der Textil- und Modeindustrie im Spannungsfeld von gesellschaftlichen Idealen, Individualität, Uniformierung und Globalisierung.

Die Ausstellung wurde vom Interdisziplinären Raumlabor des Studiengangs Bühnenbild_Szenischer Raum der TU Berlin gestaltet und im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes »Gender Technik Museum« vom Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU Berlin kuratorisch beraten.

Kuratorinnen: Dr. Daniela Döring, Dr. Hannah Fitsch, Rabea Rugenstein

Beteiligte Künstlerinnen: Julia Bonn, Anke Dessin, Alba D´Urbano, Susanne A. Friedel, Kati Gausmann, nichtichx2, Anette Rose, Helena Waldmann

Begleitpublikation: »Vom Maßnehmen, Zuschnitt und Nähen einer Ausstellung« 
Hg. von Daniela Döring im Auftrag des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte

Nähere Informationen finden Sie hier

 

 

Konferenz „Techno|logien der Geschlechter? Strategien für eine gendergerechte Museumspraxis“, 10.-11.12.2015, Deutsches Technikmuseum

Tagungsbericht

Die Konferenz Techno|logien der Geschlechter bildete den Auftakt des Forschungs- und Vernetzungsprojektes GENDER TECHNIK MUSEUM, das seit 1.10.2015 am ZIFG durchgeführt wird. Die Veranstaltung widmete sich insbesondere dem Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis, in dem sie unterschiedliche Personen aus Theorie und dem Anwendungsfeld der Museen zusammenbrachte. Gleichzeitig diente sie der Bestandsaufnahme und der Vernetzung sowie der Entwicklung von Strategien für ein gendergerechtes Museum.

Die Konferenz folgte zwei programmatischen Schwerpunkten. Am ersten Tag, wurde anhand vier verschiedener Beiträge in das Thema Geschlecht in Technikmuseen inhaltlich eingeführt und vertiefend diskutiert. Die Vorträge waren sowohl aus der wissenschaftlichen Forschung, wie etwa Gender in the Box. Wie Geschlecht in die Technik kommt von Martina Heßler (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg) sowie „Ich möchte jetzt nicht von Bildungsbürgertum sprechen, aber ...“ – Soziale Ungleichheiten im Museum von Diana Lengersdorf (Universität zu Köln), als auch aus der Museumspraxis, wie die Innenansicht der langjährigen Kuratorin für Textiltechnik im Deutschen Technikmuseum Anna Döpfner zum Thema Frauen* im Technikmuseum. Strategien des Umdenkens und der Beitrag von Smilla Ebeling (Carl von Ossietzky Universität, Oldenburg) Darf ich vorstellen? Ein Leitfaden Gender & Museum, den Ebeling gemeinsam mit verschiedenen Museumsarbeiter_innen entwickelte. Den Abschluss des ersten Tages bildeten fünf Führungen durch die verschiedenen Dauerausstellungen des Deutschen Technikmuseums, die von folgenden Mitarbeiterinnen übernommen wurden: Andrea Grimm: Schmucktechnik, Christine Keruth: Alles Zucker! Nahrung- Werkstoff-Energie, Nora Lackner: Nachrichtentechnik, Claudia Schuster: Schifffahrt, Astrid Venn: Luftfahrt. Die Führungen thematisierten beispielhaft „best practices“, aber auch Problematiken, Leerstellen und Ambivalenzen einer geschlechtsspezifischen Technikgeschichte.

Der zweite Tag war durch das offenere Format von Workshops geprägt, die durch Inputs und Fallstudien eingeleitet wurden. Roswitha Muttenthaler (Technisches Museum Wien) und Regina Wonisch (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt) stellten Analysen und Strategien eines gender- und migrationsgerechten Sammelns, Ausstellens und Kuratierens vor. Muttenthaler thematisierte in ihrem Beitrag Dinge von Belang entlang von Sammlungsobjekten aus dem Technischen Museum Wien Möglichkeiten und Grenzen des Sammelns von in den Dingen vielschichtig eingeschriebenen vergeschlechtlichten Praktiken. Wonisch erweitert in ihrem Vortrag FremdKörper: Geschlechterbilder in Migrationsausstellungen, den Blick auf vergeschlechtlichte Darstellungen im Museum durch die Frage, welche anderen Subjekte im Museum durch die Zuschreibung von Differenzen zum weißen, heterosexuellen Mann markiert werden.

Am Nachmittag diskutierten Detlef Weitz (chezweitz | Büro für museale und urbane Szenografie, Berlin) und Elke Smodics (trafo.K, Wien) Fallstudien des kritischen Gestaltens, Vermittelns und Intervenierens. Weitz ging in seinem Vortrag Male, Female, Fuck You. Über die Sichtbarkeit von geschlechterspezifischen Fragen und ihren räumlichen Gestaltungsmöglichkeiten der Frage nach, wie Standards der Wahrnehmung und des historischen Kanons durch eine dialogisch geprägte Zusammenarbeit von Kuratierung und Szenografie aufgebrochen werden können. Smodics stellte in ihrem Beitrag In Normalitäten intervenieren und Regeln dekonstruieren am Beispiel des feministischen Unterrichtmaterials „Flic Flac“ Perspektiven einer emanzipatorischen Kunst- und Kulturvermittlung vor.

Zwischen den beiden Workshops gab es Raum für Vernetzung und Erfahrungsaustausch, der durch einen historischen Input von Dr. Gabriele Wohlauf (ehem. Kuratorin für Produktionstechnik, Deutsches Technikmuseum, Berlin) zur Geschichte von Frauen in Naturwissenschaft und Technik und feministische Themen im Technikmuseum eingeführt wurde.

 

Das Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01FP1502 gefördert.

Bildergalerie der Konferenz „Techno|logien der Geschlechter? Strategien für eine gendergerechte Museumspraxis“, 10.-11.12.2015, Deutsches Technikmuseum

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