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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

»Die Neuerfindung des Kollektiven? Zur ›Wiederentdeckung‹ des Gemeinsamen. Eine Untersuchung von Diskursen und Praktiken urbanen Wohnens in Gemeinschaften«

Das Projekt ist Teil der von der DFG geförderten Forschungsgruppe »Recht – Geschlecht – Kollektivität. Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung«. Ausgangspunkt ist die Beobachtung eines Narrativs vom Aufschwung gemeinschaftlicher Wohnformen, das – vor allem seit den 2000er Jahren – von unterschiedlichen staatlichen und zivil­gesellschaftlichen Akteuren in Deutschland vorangetrieben wird. Das Narrativ konstruiert gemeinschaftliches Wohnen als Lösung für bestimmte gesellschaftliche Probleme, wie  den demografischen Wandel und die Individualisierung. Wir fragen, in welcher Weise diese (auf Wohnen bezogene) Gemeinschaftsdiskurse auftauchen, welche Subjektivierungsformen in ihnen artikuliert werden, wie diese in Institutionen, Program­men und Verfahren wirksam werden und wie sie in der Alltagspraxis der Akteure in gemeinschaft­lichen Wohnprojekten handlungswirksam werden.

Inwiefern sich hier eine Kritik an individualisierenden und fragmentierenden Exzessen neoliberaler Rationalität artikuliert, die neue Formen von Sozialität und Solidarität ermöglichen kann, oder inwiefern der Bezug auf Gemeinschaft bereits in eine gouvernementale Rationalität eingeht, die als ›neue soziale Marktwirtschaft‹ die individuelle Selbstverantwortung mit der Verantwortung der Individuen für diverse Gemeinschaften verbindet, ist eine offene Frage, zu deren Beantwortung dieses TP empirische Ansatzpunkte liefern will.

Die Studie untersucht diese Fragen auf drei Dimensionen: a) Diskurse zu gemeinschaftlichem Wohnen; b) ökonomisch-institutionelle Rahmenbedingungen; c) Fallstudien. Damit orientieren wir uns auf eine dispositivanalytische Forschungsperspektive, die historische Phänomene als spezifische relationale Verknüpfungen sprach­licher Praktiken, ökonomischer und institutioneller Rahmenbedingungen, Objektivierungen und Alltags­praktiken rekon­struiert und die mit der Annahme verbunden ist, dass das Dispositiv auf einen spezifischen Notstand reagiert.

Theoretisch arbeitet das Projekt unter anderem mit Commons als sensibilisierendem Konzept. Es bietet zum einen ein prozessurales und de-essentialisiertes Verständnis von ›Gemeinschaft‹, demzufolge Gemeinschaften von Nutzer_innen im gemeinsamen Handeln in Bezug auf das genutzte Gut hergestellt werden. Zum anderen kann mit dessen güter- und rechtstheoretischen Implikationen nach housing commons als Alternativen zu Markt, Privateigentum und Staat gefragt werden.

www.recht-geschlecht-kollektivitaet.de

Team des Teilprojekts am ZIFG: Sabine Hark, Hanna Meißner, Bettina Barthel, Vanessa Einbrodt

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