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TU Berlin

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laufende Projekte

Anna Kasten
Konstruktionen alleinerziehender Mutterschaft im rechtlich-politischen Diskurs des § 1 Abs. 3 des Unterhaltsvorschussgesetzes in Deutschland und des Art. 7 Abs. 5b u. Art. 11a Abs. 1 Pkt. 2 des Gesetzes über Familienleistungen in Polen aus heteronormativitätskritischer Perspektive (Arbeitstitel)

Käthe von Bose
Klinisch rein – Zur Aushandlung von Reinigungsarbeiten im Krankenhaus. Eine Studie zum Verhältnis von Sauberkeit, Macht und Arbeit (Arbeitstitel)

Sahra Dornick
Die Romane von Gila Lustiger im Kontext postmoderner Gesellschaftstheorie

Thomas Gloy
Moral im Nationalsozialismus

Inka Greusing
Rhetorische Modernisierung in den Ingenieurwissenschaften? 
Zur Verknüpfung von Fachhabitus und Geschlecht im heteronormativen Feld der Ingenieurwissenschaften. Eine empirische Studie in den Ingenieurwissenschaften an einer Technischen Universität (Arbeitstitel)

Martin Heger
Society Reloaded. 
Klassifikationen und Ab/Ausgrenzungen als gesellschaftskonstituierende Strategie? (Arbeitstitel)

Aline Oloff
Feministische Wissensproduktion in Frankreich unter dem Einfluss postkolonialer Debatten (Arbeitstitel)

Alek Ommert
Ladyfeste als queer-feministische Praxis 
Verhandlungen von Ausgrenzung und Teilhabe

Arn Sauer
Gender-based Analysis and Gender Impact Assessment. 
Canadian Best Practices for the European Institute for Gender Equality?

Sebastian Scheele
Genealogie der Verbündeten. Zur transatlantischen Reise des Privilegien-Diskurses in Feminismus und Antirassismus 

Pat Treusch
Care-Robot & Co
Humanoide als soziale Akteure am Beispiel technisch vermittelter Fürsorge- und Hausarbeit

Anna Voigt
Konstruktionen von "Männlichkeiten" und "Sexualitäten" in US-amerikanischen TV Serien und ihre Rezeption in Deutschland (Arbeitstitel)


Anna Kasten

Konstruktionen alleinerziehender Mutterschaft im rechtlich-politischen Diskurs des § 1 Abs. 3 des Unterhaltsvorschussgesetzes in Deutschland und des Art. 7 Abs. 5b u. Art. 11a Abs. 1 Pkt. 2 des Gesetzes über Familienleistungen in Polen aus heteronormativitätskritischer Perspektive (Arbeitstitel)

Hintergrund des Dissertationsprojektes sind meine Beobachtungen der polnischen Presseberichterstattung anlässlich der Auflösung des Unterhaltsfonds während des Beitritts Polens in die Europäische Union im Jahr 2004 und der damit einhergehende Kampf um die heteronormative Familienordnung. Anhand der Wissenssoziologischen Diskursanalyse untersuche ich den Konstruktionsprozess alleinerziehender Mutterschaft im rechtlich-politischen Diskurs des § 1 Abs. 3 des Unterhaltsvorschussgesetzes in Deutschland und des Art. 7 Abs. 5b u. Art. 11a Abs. 1 Pkt. 2 des Gesetzes über Familienleistungen in Polen. Der heteronormativitätskritische Ansatz dient mir als Denkwerkzeug und als analytische Linie. In meiner Untersuchung befasse ich mich mit den Fragen: was bedeutet die heteronormative Familienordnung in den jeweiligen Diskursen und welche Machtverhältnisse werden über die heteronormative Familienordnung hergestellt und/oder aufrechterhalten. Meine besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Rolle der Sozialen Arbeit und der Frage, welche Soziale Arbeit damit (un)möglich gemacht wird und welche Herausforderungen sich daraus für gendersensible Soziale Arbeit ergeben. Das Ziel der Dissertation ist die Herausarbeitung der produktiven Verknüpfungen zwischen heteronormativer Familienordnung und alleinerziehender Mutterschaft. 

Käthe von Bose

Klinisch rein – Zur Aushandlung von Reinigungsarbeiten im Krankenhaus.
Eine Studie zum Verhältnis von Sauberkeit, Macht und Arbeit
(Arbeitstitel)

In meinem Dissertationsprojekt untersuche ich subjektivierende Aushandlungs- und Grenzziehungspraktiken bei Reinigungsarbeiten im Krankenhaus. Vor dem Hintergrund, dass mit Vorstellungen von und Arbeiten mit Schmutz, Sauberkeit und Hygiene Prozesse der Vergeschlechtlichung, Ethnisierung, Rassisierung und Sexualisierung verknüpft sein können, frage ich aus einer interdependenten und queertheoretischen Perspektive, wie sich bei verschiedenen Reinigungsarbeiten im Krankenhaus Machtverhältnisse formieren und in Bewegung geraten, wie Subjekte bei der Arbeit soziale Platzierungen und Grenzziehungen produzieren, verhandeln und umdeuten. Dabei gerät zudem in den Blick, welche sozialen Bedeutungen Schmutz, Sauberkeit und Hygiene bei der Arbeit zugeschrieben werden und wie diese Zuschreibungen auf die Arbeitenden und die Arbeit selbst zurückwirken. Schmutz, Sauberkeit und Hygiene – so die These – sind sowohl Produkte als auch Produzenten von sozialen Beziehungen, Hierarchien und Positionierungen im Arbeitsraum Krankenhaus.
Wie werden also Arbeiten, die Sauberkeit herstellen und Hygieneregeln einhalten sollen, ausgehandelt, delegiert und gewertet? Wie werden darüber Machtverhältnisse hergestellt und re-/stabilisiert? Und welche Möglichkeiten der (widerständigen) Umarbeitung solcher Verhältnisse, welche Verschiebungen in der sozialen Ordnung lassen sich bei der Arbeit mit Schmutz, Sauberkeit und Hygiene beobachten? Um diesen Fragen nachzugehen, beobachte ich teilnehmend in unterschiedlichen Arbeitsbereichen verschiedener Krankenhäuser und führe Interviews mit Beschäftigten mehrerer Hierarchieebenen.

 

Sahra Dornick


Die Romane von Gila Lustiger im Kontext postmoderner Gesellschaftstheorie


Gegenstand des Promotionsvorhabens bildet die literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse der Romane Gila Lustigers im Kontext postmoderner Gesellschaftstheorie. Das  interdisziplinäre Forschungsvorhaben zielt vor allem darauf, die bisher literaturwissenschaftlich wenig bis kaum gewürdigte literarische Arbeit Lustigers wissenschaftlich aufzuarbeiten und damit einen Beitrag zur Erforschung der Jüdischen Literatur der Zweiten Generation zu leisten. Angeleitet wird das Forschungsvorhaben von dem Anliegen, die Romane Lustigers in gegenwärtige theoretische und methodische Zusammenhänge der Soziologie und Kulturwissenschaften zu stellen. Eine Hauptthese des Forschungsvorhabens ist, dass sowohl Judith Butler als auch Lustiger mit ihren Texten ethische Entwürfe vorlegen, die an eine postsouveräne Konzeption des Subjekts anschließen. Neben einem Vergleich und einer Diskussion der jeweiligen Verweisungshorizonte beider Autorinnen soll, auf Grundlage einer kritischen Rekonstruktion der Ethik-Konzeption Judith Butlers, ein Raum des Dialogs zwischen Lustiger und Butler eröffnet werden. In diesem soll eine reflexive Verständigung über die Bedingung der Möglichkeit einer postsouveränen Ethik einerseits und über die Möglichkeiten von politischer Handlungsfähigkeit in der gegenwärtigen Gesellschaft andererseits erfolgen.

Thomas Gloy

Moral im Nationalsozialismus

Meine Dissertation befasst sich mit der Frage, welche spezifische Moral durch den Nationalsozialismus kreiert wurde, oder, in anderen Worten, wie sich der Nationalsozialismus selbst über eine spezifische Moral konstituiert hat. Wenn man über die Genese einer nationalsozialistischen Moral nachdenkt, eine Geschichte, die noch geschrieben werden muss, kommt einem sofort Michel Foucaults Diskurstheorie in den Sinn. Diese Theorie ist als eine Methode konzipiert, die Gegenwart als eine Situation zu rekonstruieren, die eine Geschichte hat. Sie erlaubt eine Rekonstruktion von Alltagsgeschichte mit all ihren Dynamiken und Transformationen. Denn moralisches ist kein beliebiges, sondern vielmehr machtvoll konstruiertes Wissen, welches eine Gesellschaft befähigt zwischen Gut und Böse zu differenzieren und hierüber ein System von In- und Exklusion organisiert. Moral zielt – und das ist besonders wichtig – auf die freiwillige Befolgung von Codes und Normen ab. Die Analyse der Formen, Kontinuität und Brüche in der Alltagsmoral des Nationalsozialismus kann also maßgeblich zur Klärung einer Frage beitragen, die bis heute nicht abschließend geklärt ist: wie konnte der Nationalsozialismus nach Übernahme der Regierungsgewalt so große Popularität und öffentliche Unterstützung erlangen?

Inka Greusing


Rhetorische Modernisierung in den Ingenieurwissenschaften?

Zur Verknüpfung von Fachhabitus und Geschlecht im heteronormativen Feld der Ingenieurwissenschaften. Eine empirische Studie in den Ingenieurwissenschaften an einer Technischen Universität (Arbeitstitel)

Ausgangspunkt des Forschungsinteresses ist die Beobachtung, dass sich die Ingenieurwissenschaften bis heute als ausgesprochene Männerdomänen behaupten können. Dies steht im Kontrast sowohl zum öffentlichen Diskurs, der inzwischen von der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern auszugehen scheint, als auch zu den inzwischen jahrelangen Bemühungen den Frauenanteil in diesen Bereichen zu erhöhen.
Unter Anwendung des Habituskonzept Bourdieus gehe ich in meiner Forschung mittels narrativer Interviews der Frage nach, wie Ingenieur/innen innerhalb einer technischen Universität ihre ingenieurwissenschaftlichen Fachbereiche hinsichtlich ihres Status als Männerdomäne erklären und deuten. Dabei dient mir ‚Geschlechterwissen’ nach Dölling als Analysekategorie.
Es geht um die Verknüpfung des Wissenssystems Geschlecht mit dem der Ingenieurwissenschaft und die jeweilige situative Aktivierung. Mich interessiert wie im und durch das Feld der Ingenieurwissenschaften die Reproduktion von Geschlechterverhältnissen funktioniert. Welche Wahrnehmungsschemata (Bourdieu) sind hier am Werk und welche Rolle spielt darin die geschlechtsspezifische Klassifizierung, entlang welcher Trennlinien erfolgt sie, welche Dinge und Praktiken sind in welchen Kontexten männlich oder weiblich codiert? Wann ist Geschlecht relevant, wann und wie wird die Relevanz aufgehoben?

Weitere Informationen zu Inka Greusing

Martin Heger


Society Reloaded. Klassifikation und Ab/Ausgrenzung als gesellschaftskonstituierende Strategie? (Arbeitstitel)


In den vergangenen Jahren haben sich die industriell entwickelten Länder in vielen Bereichen verändert. Viele dieser Gesellschaften beschreiten heute „neue“ Wege was die Artikulation und Durchsetzung politischer und sozialer Ziele betrifft. Aber nicht nur die entscheidenden Akteure stehen vor diesen Herausforderungen, auch die BürgerInnen müssen sich mit verschärften Bedingungen [hohe Arbeitslosigkeit, zunehmendes Armutsrisiko, Ressourcenknappheit etc.] arrangieren. Hier setzt mein Dissertationsprojekt an. Im Hinblick auf die symbolische Dimension sozialer Ungleichheit wird mit einer diskursanalytischen Herangehensweise die mediale Präsenz von Arbeitslosengeld-II-EmpfängerInnen [als eine Kategorie von Überflüssigen] untersucht. Anhand der Analyse des empirischen Materials [Zeitungsartikel] soll die Konstruiertheit von überflüssigen Identitäten rekonstruiert werden. Welche Begriffe, welche Bilder, welche Deutungsrepertoires werden verwendet, die in ihrer Gesamtheit den performativen Charakter dieses „Überflüssig-Gemacht-Werdens“ ausmachen? Ein Ziel der Untersuchung ist es, „regulatorische Regime“ zu isolieren, welche die hegemonialen Handlungs- und Definitionsstrategien formen, und somit bestehende Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen, auf die das Selbstverständnis der westlichen Zivilisation beruht.

Aline Oloff


Feministische Wissensproduktion in Frankreich unter dem Einfluss postkolonialer Debatten. (Arbeitstitel)

In meinem Dissertationsprojekt untersuche ich die Verhandlungen von Rassismus in feministischer Politik und Wissensproduktion in Frankreich.
Mich interessiert, wie der lokale und historische Kontext des postkolonialen Frankreichs politische Debatten und theoretische Reflexionen strukturiert. Dabei geht es mir darum, die Produktion lokal und historisch situierten Wissens nachzuvollziehen und die der Wissensproduktion innewohnende Dynamik zwischen politischer Bewegung und akademisch gewordenem Feminismus zu verstehen.
Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Feststellung einer politischen wie epistemischen Wende in der ersten Hälfte der 2000er Jahre, die gegenwärtig im Feld der feministischen Forschung und den Gender Studies in Frankreich diskutiert und die häufig mit jüngeren  politischen Debatten (Prostitution, Kopftuch) sowie mit der verstärkten Rezeption in erster Linie us-amerikanischer Theorien in Verbindung gebracht wird. Gegenstand der "Erneuerung" ist die Reflexion auf das Verhältnis von Rassismus und Sexismus, dass, so die  Vertreterinnen der Erneuerungsthese, bislang als Analogie, nun aber als Verschränkung, als ineinandergreifend gedacht werde.
Diese These einer theoretischen Neuorientierung (im deutschsprachigen Kontext läuft eine vergleichbare Diskussion um das „neue“ Paradigma der Intersektionalität) aufgreifend, begebe ich mich zunächst auf Spurensuche und frage nach der bisherigen Auseinandersetzung mit Rassismus - im Bewegungskontext (graue Literatur, Zeitschriften), im akademischen Feminismus (Zeitschriften, Tagungsbände, Einführungen) sowie in prominenten Theorieproduktionen (Beauvoir, materialistischer Feminismus). Anschließend werde ich aktuelle Debatten und Entwürfe nachvollziehen und diskutieren.
In beiden Fällen geht es mir darum, Resonanzen zwischen politischen Ereignissen und darum kreisenden Diskussionen und der Ebene der Wissensproduktion aufzuspüren und zu verstehen, inwiefern und auf welche Weise politische Herausforderungen Wissensproduktionen antreiben und sich auf der epistemischen  Ebene der Gegenstände und Wissensobjekte niederschlagen.



Alek Ommert


Ladyfeste als queer-feministische Praxis - Verhandlungen von Ausgrenzung und Teilhabe (Arbeitstitel)


Im Zentrum der Arbeit steht der Untersuchungsgegenstand „Ladyfest“, ein relativ junges und internationales Phänomen, das sich seit 2003 auch im deutschsprachigen Kontext immer weiter verbreitet. Die festivalartigen Veranstaltungen schaffen Plattformen und Diskussionszusammenhänge für queer-feministische Aktivist_innen vielfältigster Hintergründe, für politischen, theoretischen, kulturellen und künstlerischen Austausch und für Vernetzung. Ladyfeste bilden  eine Form von queer-feministischem, nicht-institutionellem Aktivismus, in dem gegenwärtige Geschlechterverhältnisse sowie sexuelle Praxen kritisiert und diskutiert werden. Darin finden immer wieder Verhandlungen über Ausgrenzung und Teilhabe in Bezug auf verschiedenste Kontexte statt.
In der Arbeit werden Ladyfeste im Kontext vielfältiger Vorläufer_innen verortet: zwischen der riot-grrrl-Bewegung, der Punk- und Hardcore-Szene, autonomen Zusammenhängen, der Frauen- und Lesbenbewegung und feministischen und queeren Diskussionszusammenhängen.
Im Fokus der Arbeit steht, wie Praktiken der Ausgrenzung und Teilhabe im Ladyfest-Kontext verhandelt werden. Welche Argumente, Zielsetzungen und Ansprüche werden formuliert? Welche Strategien und Praktiken folgen daraus? Dies knüpft an die These an, dass Fragen um Identitätspolitiken und deren Kritiken zentrale Bestandteile der konkreten Aushandlungspraxen im Ladyfeste-Kontext sind.
Die theoretischen Hintergrundfolien zur Interpretation des empirischen Materials bilden queere, feministische und postkoloniale Theorien, Debatten um Intersektionalität und Diversity.

Arn Sauer


Gender-based Analysis and Gender Impact Assessment. Canadian Best Practices for the European Institute for Gender Equality?

Ich führe eine international vergleichende Analyse des Implementierungsstandes von gleichstellungsorientierten Folgeabschätzungsinstrumenten in der Politikberatung zwischen Kanada und der Europäischen Union durch. Dabei untersuche ich im Rahmen der Umsetzung der Gender Mainstreaming Strategie Konzepte, Einsatzgebiete (z.B. Entwicklungs-, Gesundheits-, Einwanderungspolitik) und Ausprägungen der Gleichstellungsinstrumente Gender-based Analysis (GBA) in der kanadischen nationalstaatlichen Regierungsadministration und Gender Impact Assessment (GIA) bzw. Gender als Teil des Social Impact Assessments in den supranationalen Institutionen der EU. Im Zuge der Weltfrauenkonferenz in Peking haben sich Kanada und alle Länder der EU 1995 u.a. dazu verpflichtet, Gleichstellungsziele bei der täglichen Arbeit und in allen Routinen und Verfahren als Querschnittsaufgabe zu berücksichtigen. Forschungsleitend wirkte meine Hypothese, dass sowohl Kanada als auch die EU
seit 1995 respektive 1998 über Gender Mainstreaming Instrumente verfügen, aber deren Anwendung nicht systematisch sicherstellen bzw. überwachen. Mittels Methoden der qualitativen Sozialforschung und der komparativen Politikwissenschaft untersuche ich, ob und inwieweit sich Kanada aufgrund innovativer intersektionaler Ansätze und seiner jüngsten GBA-Implementierungsreform als Beispiel guter Praktiken für die Gleichstellungsprozesse und Governance Strukturen der EU, inklusive der neu gegründeten Europäischen Gleichstellungsagentur, eignet.

Sebastian Scheele

Genealogie der Verbündeten.
Zur transatlantischen Reise des Privilegien-Diskurses in Feminismus und Antirassismus


In Feminismus und Antirassismus werden Machtverhältnisse in den letzten Jahren zunehmend mithilfe der Begriffe von Privilegien und Privilegierten thematisiert. Dieser „Privilegien-Diskurs“ taucht in den verschiedensten Feldern feministischer und antirassistischer Wissensproduktion auf: von aktivistischen Gruppen über die akademische Theoriebildung bis hin zu universitärer Personalpolitik. Eigene Textgenres wie „Privilegien-Checklisten“ haben sich herausgebildet, Kanonisierungstendenzen z.B. in Lehrbüchern sind zu beobachten. Dies gilt auch für den handlungsanleitenden Teildiskurs zu „Verbündeten“ (englisch: „allies“), der sich ebenfalls weiter verbreitet. Gleichzeitig verläuft die Debatte um den Privilegien-Begriff stark polarisiert – neben der schnellen Verbreitung existiert eine starke Ablehnung. Offenkundig ist, dass der Diskurs aus Nordamerika stammt, und seine Bedeutungen, Begründungszusammenhänge und Brisanzen dort nicht unbedingt identisch sind mit denen im deutschsprachigen Kontext. Es handelt sich um eine „travelling theory“, deren Genealogie wissenssoziologisch nachgezeichnet werden soll.
Methodisch wird dies in einem Zweischritt geleistet: Zuerst werden mithilfe von Sekundärliteratur zu Antirassismus und Feminismus Kontexte und zentrale Debatten identifiziert. Dann werden Schlüsseldokumente aus diesen Debatten diskursanalytisch auf ihre Regelhaftigkeiten und argumentativen Rahmungen untersucht.
Ziel der Arbeit ist es, diesen aktuellen Diskurs zu re-kontextualisieren und seine Entwicklung zu verstehen. Damit verbindet sich die Hoffnung, mit einer solchen Genealogie Impulse liefern zu können für die Debatte zu den (Un)Möglichkeiten von Bündnissen und Verbündeten, und dadurch idealerweise jenseits festgefahrener Polarisierungen zu feministischer und antirassistischer Praxis beizutragen.

Pat Treusch

Care-Robot & Co: Humanoide als soziale Akteure am Beispiel technisch vermittelter Fürsorge- und Hausarbeit

Mein Dissertationsprojekt „Care-Robot & Co: Humanoide als soziale Akteure am Beispiel technisch vermittelter Fürsorge- und Hausarbeit“ (Arbeitstitel) untersucht aktuelle Technikgestaltungsprozesse und gesellschaftliche Transformationsprozesse in ihrem Verhältnis zueinander.

Angesichts weit verbreiteter Zukunftsszenarien einer drohenden Überalterung der Gesellschaft bekommt die Frage, wer die zusätzlich anfallende Fürsorgearbeit leisten soll, eine hohe Relevanz. Die Innovation eines Robotersystems, das im Privathaushalt sowie in Pflegeeinrichtungen ‚seine Arbeitskraft’ für diese Care-Work zur Verfügung stellt, scheint die technologische Lösung des gesellschaftlichen Problems darzustellen.

Das humanoide Assistenzrobotersystem dient mir als exemplarischer Modus für das Zusammenwachsen und Zusammenwirken von Mensch und Technik in ‚technowissenschaftlichen’ Zeiten. Von Interesse sind die ‚onto-epistemologischen’ Konsequenzen dieser Form der Technikgestaltung. Das meint, die (materiellen) Transformationen von Natur, Kultur, Technologie, Gesellschaft, Körpern und Geschlecht, die mit dem Humanoiden als sozialem Akteur der Fürsorge einhergehen, herauszuarbeiten. Im Fokus meiner Analyse stehen die konkreten Praktiken der Grenzziehung zwischen Mensch/Maschine, natürlich/künstlich und organisch/inorganisch in spezifischen Robotiklaboren.

Mein Projekt verorte ich innerhalb von Ansätzen der Artefakt-, bzw- Techniksoziologie. Gleichzeitig verweist mein Dissertationsprojekt auf geschlechtertheoretische Leerstellen dieser und intendiert, – eine feministische Analyseperspektive einnehmend –, die aktueller Technikgestaltung impliziten Macht- und Herrschaftsverhältnisse herauszuarbeiten. Dem gemäß spannt sich das Projekt interdisziplinär zwischen artefakt- und techniksoziologischen Ansätzen, Ansätzen eines neuen „Feminist Materialism“, Ansätzen feministischer Technowissenschaftsstudien und feministischen Debatten zu Care-Work auf.

Kontakt: Pat_Treusch(at)yahoo.com

Anna Voigt


Konstruktionen von "Männlichkeiten" und "Sexualitäten" in US-amerikanischen TV Serien und ihre Rezeption in Deutschland (Arbeitstitel)


Das Ziel meiner Dissertation ist das Aufspüren von in populären Unterhaltungsformaten vermitteltem Wissen über Geschlecht. Mit einer kritischen Diskursanalyse untersuche ich dazu, wie Männlichkeiten und Sexualitäten konstruiert werden. Eine meiner Grundannahmen ist, dass Medien sehr machtvolle Konstrukteure von Wirklichkeiten sind. Die Herausarbeitung von Brüchen und gesellschaftlichen Widersprüchen und Aushandlungsprozessen und deren Niederschlag in Fernsehunterhaltung ist Gegenstand dieser Arbeit. Fragen die sich mir stellen sind: Wie werden die Bestandteile der Trias sex, gender und sexuelle Orientierung aufeinander bezogen? Welche naturwissenschaftlichen Erklärungen und Sexualitäten und sexualwissenschaftliche Erkenntnisse lassen sich in den Unterhaltungssendungen rekonstruieren? Welche Rolle spielen politische Auseinandersetzungen in den Serien? Das Augenmerk meiner Arbeit richtet sich dabei darauf, diskursanalytische Zugänge für feministische Fernsehforschung nutzbar zu machen.


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