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laufende Projekte

Anna Kasten
Konstruktionen alleinerziehender Mutterschaft im rechtlich-politischen Diskurs des § 1 Abs. 3 des Unterhaltsvorschussgesetzes in Deutschland und des Art. 7 Abs. 5b u. Art. 11a Abs. 1 Pkt. 2 des Gesetzes über Familienleistungen in Polen aus heteronormativitätskritischer Perspektive (Arbeitstitel)

 

Martin Heger
Society Reloaded. 
Klassifikationen und Ab/Ausgrenzungen als gesellschaftskonstituierende Strategie? (Arbeitstitel)

 

Sebastian Scheele
Genealogie der Verbündeten. Zur transatlantischen Reise des Privilegien-Diskurses in Feminismus und Antirassismus

 

 

 

Anna Kasten

Konstruktionen alleinerziehender Mutterschaft im rechtlich-politischen Diskurs des § 1 Abs. 3 des Unterhaltsvorschussgesetzes in Deutschland und des Art. 7 Abs. 5b u. Art. 11a Abs. 1 Pkt. 2 des Gesetzes über Familienleistungen in Polen aus heteronormativitätskritischer Perspektive (Arbeitstitel)

Hintergrund des Dissertationsprojektes sind meine Beobachtungen der polnischen Presseberichterstattung anlässlich der Auflösung des Unterhaltsfonds während des Beitritts Polens in die Europäische Union im Jahr 2004 und der damit einhergehende Kampf um die heteronormative Familienordnung. Anhand der Wissenssoziologischen Diskursanalyse untersuche ich den Konstruktionsprozess alleinerziehender Mutterschaft im rechtlich-politischen Diskurs des § 1 Abs. 3 des Unterhaltsvorschussgesetzes in Deutschland und des Art. 7 Abs. 5b u. Art. 11a Abs. 1 Pkt. 2 des Gesetzes über Familienleistungen in Polen. Der heteronormativitätskritische Ansatz dient mir als Denkwerkzeug und als analytische Linie. In meiner Untersuchung befasse ich mich mit den Fragen: was bedeutet die heteronormative Familienordnung in den jeweiligen Diskursen und welche Machtverhältnisse werden über die heteronormative Familienordnung hergestellt und/oder aufrechterhalten. Meine besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Rolle der Sozialen Arbeit und der Frage, welche Soziale Arbeit damit (un)möglich gemacht wird und welche Herausforderungen sich daraus für gendersensible Soziale Arbeit ergeben. Das Ziel der Dissertation ist die Herausarbeitung der produktiven Verknüpfungen zwischen heteronormativer Familienordnung und alleinerziehender Mutterschaft. 

Martin Heger


Society Reloaded. Klassifikation und Ab/Ausgrenzung als gesellschaftskonstituierende Strategie? (Arbeitstitel)


In den vergangenen Jahren haben sich die industriell entwickelten Länder in vielen Bereichen verändert. Viele dieser Gesellschaften beschreiten heute „neue“ Wege was die Artikulation und Durchsetzung politischer und sozialer Ziele betrifft. Aber nicht nur die entscheidenden Akteure stehen vor diesen Herausforderungen, auch die BürgerInnen müssen sich mit verschärften Bedingungen [hohe Arbeitslosigkeit, zunehmendes Armutsrisiko, Ressourcenknappheit etc.] arrangieren. Hier setzt mein Dissertationsprojekt an. Im Hinblick auf die symbolische Dimension sozialer Ungleichheit wird mit einer diskursanalytischen Herangehensweise die mediale Präsenz von Arbeitslosengeld-II-EmpfängerInnen [als eine Kategorie von Überflüssigen] untersucht. Anhand der Analyse des empirischen Materials [Zeitungsartikel] soll die Konstruiertheit von überflüssigen Identitäten rekonstruiert werden. Welche Begriffe, welche Bilder, welche Deutungsrepertoires werden verwendet, die in ihrer Gesamtheit den performativen Charakter dieses „Überflüssig-Gemacht-Werdens“ ausmachen? Ein Ziel der Untersuchung ist es, „regulatorische Regime“ zu isolieren, welche die hegemonialen Handlungs- und Definitionsstrategien formen, und somit bestehende Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen, auf die das Selbstverständnis der westlichen Zivilisation beruht.

Sebastian Scheele

Genealogie der Verbündeten.
Zur transatlantischen Reise des Privilegien-Diskurses in Feminismus und Antirassismus


In Feminismus und Antirassismus werden Machtverhältnisse in den letzten Jahren zunehmend mithilfe der Begriffe von Privilegien und Privilegierten thematisiert. Dieser „Privilegien-Diskurs“ taucht in den verschiedensten Feldern feministischer und antirassistischer Wissensproduktion auf: von aktivistischen Gruppen über die akademische Theoriebildung bis hin zu universitärer Personalpolitik. Eigene Textgenres wie „Privilegien-Checklisten“ haben sich herausgebildet, Kanonisierungstendenzen z.B. in Lehrbüchern sind zu beobachten. Dies gilt auch für den handlungsanleitenden Teildiskurs zu „Verbündeten“ (englisch: „allies“), der sich ebenfalls weiter verbreitet. Gleichzeitig verläuft die Debatte um den Privilegien-Begriff stark polarisiert – neben der schnellen Verbreitung existiert eine starke Ablehnung. Offenkundig ist, dass der Diskurs aus Nordamerika stammt, und seine Bedeutungen, Begründungszusammenhänge und Brisanzen dort nicht unbedingt identisch sind mit denen im deutschsprachigen Kontext. Es handelt sich um eine „travelling theory“, deren Genealogie wissenssoziologisch nachgezeichnet werden soll.
Methodisch wird dies in einem Zweischritt geleistet: Zuerst werden mithilfe von Sekundärliteratur zu Antirassismus und Feminismus Kontexte und zentrale Debatten identifiziert. Dann werden Schlüsseldokumente aus diesen Debatten diskursanalytisch auf ihre Regelhaftigkeiten und argumentativen Rahmungen untersucht.
Ziel der Arbeit ist es, diesen aktuellen Diskurs zu re-kontextualisieren und seine Entwicklung zu verstehen. Damit verbindet sich die Hoffnung, mit einer solchen Genealogie Impulse liefern zu können für die Debatte zu den (Un)Möglichkeiten von Bündnissen und Verbündeten, und dadurch idealerweise jenseits festgefahrener Polarisierungen zu feministischer und antirassistischer Praxis beizutragen.

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