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TU Berlin

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News und Veranstaltungen

EU as a Child Molester: Sex Education and Russian Propaganda

Dr. Lucie Jarkovska, Masaryk University, Czech Republic

Sex education as a part of education toward diversity, human rights and gender equality proved to be an ideal target for propaganda. In the current climate of culture wars, attacking sex education sows discord among already divided public and undermines confidence in national and transnational institutions, such as the EU or UN. In the post-socialist context, it also serves to strengthen the East-West antagonism. In this talk, Lucie Jarkovska will present an analysis of articles on sex education published between 2007 and 2016 at pro-Russian websites in Czech and Slovak languages. She will show how once-upon-a-time liberatory term such as gender gets used to further reactionary and hateful agenda.

WHEN: Tuesday, April 24, 2018 at 4-6pm

WHERE: Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, TUB @ MAR 2.013

 

 

Politiken der Artefakte und des Wissens – Transdisziplinäre Geschlechterforschung zu MINT und Planung

Lupe

Ringvorlesung

Gegenwärtige Gesellschaften sind von Forschung, Entwicklung und Innovationen in MINT und Planung in hohem Maße geprägt, die in Verschränkung und Wechselwirkung mit weiteren gesellschaftlichen Teilbereichen in Politik, Medien oder Wirtschaft fortwährend gesellschaftliche Wandlungs- und Transformationsprozesse lokaler, regionaler, nationalstaatlicher und globaler Reichweite ko-induzieren. Eine explizite Integration von Gender- und Diversity-Aspekten, die von Ergebnissen und Perspektiven der Gender Studies ausgeht, erfolgt hierbei jedoch zumeist kaum. Dies zeitigt folgenreiche Konsequenzen für das Fortbestehen, die Re-Etablierung und auch die Re-Strukturierung sozialer Ungleichheiten, Normierungen und Regulierungen, die implizit und explizit von Gender- und Diversity-Dimensionen durchzogen sind. Gefragt wird danach wie transdisziplinäre Perspektiven es ermöglichen, sowohl Gender- und Diversityaspekte von MINT und Planung zu identifizieren als auch Gender- und Diversityaspekte in MINT und Planung systematisch und reflexiv zu integrieren.

Ort:

TU Berlin, Marchstraße 23, 10587 Berlin, Raum MAR 2.013

Zeit:

i.d.R. donnerstags, 12–14 Uhr

 

26. April 2018 - Prof. Dr. Petra Lucht, TU Berlin

3. Mai 2018 - Prof. Dr. Heike Wiesner, HWR Berlin

24. Mai 2018 - Prof. Dr. Susanne Ihsen, TU München

31. Mai 2018 - PD Dr. Bettina Bock von Wülfingen, HU Berlin

7. Juni 2018 - Prof. Dr. Kerstin Palm, HU Berlin

DIENSTAG, 12. Juni 2018, 12-14 Uhr - Prof. Dr. Anelis Kaiser, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

21. Juni 2018 - Prof. Dr. Martina Erlemann, TU Dresden

MITTWOCH, 27. Juni 2018, 18-20 Uhr - Prof. Dr. Tanja Mölders, Leibnitz Universitätä Hannover

5. Juli 2018 - Prof. Dr. Helene Götschel, Hochschule Hannover

12. Juli 2018 - Prof. Dr. Corinna Bath, TU Braunschweig

Kontakt: 

Prof. Dr. Petra Lucht, Fachgebiet Gender in MINT und Planung / Feminist Studies in Science, Technology and Society

Tel.: 030 314-26995

E-Mail:

oder

Hildegard Hantel

Tel.: 030 314-26995

E-Mail:

Den Flyer als Downloadversion finden Sie hier (PDF, 2,2 MB)

Konferenz »Emanzipation«

25.-27. Mai 2018

Haus der Kulturen der Welt, Humboldt Universität zu Berlin und Technichsche Universität Berlin

Auch heute, 50 Jahre nach den Ereignissen von 1968, ist die Frage der Emanzipation von zentraler Bedeutung. Im Rahmen einer internationalen Tagung soll aus sozialphilosophischer Perspektive diskutiert werden, was Emanzipation ist, über welches Wissen Akteure verfügen müssen, um sich zu emanzipieren, und welcher praktisch-politischer Bedingungen kollektive Handlungsfähigkeit bedarf sowie in welche Dynamiken sie geraten kann. Gleichzeitig soll auf der Tagung der Problematik der Emanzipation in ihrer Verbindung zu anderen wichtigen sozialphilosophischen Fragestellungen wie etwa „Macht und Herrschaft“, „Politik der Lebensformen“ und „Hoffnung und Utopie“ nachgegangen werden. Dabei wird sich zeigen, dass der Emanzipationsbegriff ein Schlüsselbegriff der Sozialphilosophie ist, von dem her sich ganz verschiedene Ansätze – aus der Kritischen Theorie, dem Poststrukturalismus oder den neueren analytischen Debatten um Sozialkritik – verstehen lassen.

Mit Vorträgen von: Seyla Benhabib, Didier Eribon, Nancy Fraser, Achille
Mbembe, Hartmut Rosa u.v.m.

Mehr Informationen auf: http://criticaltheoryinberlin.de/event/emanzipation/

 

 

Die 10. Uferpost ist da!

Lupe

#4genderstudies. Unter diesem Hashtag gingen viele Geschlechterforschungseinrichtungen an Universitäten und Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz am 18. Dezember vergangenen Jahres medial in die Offensive. Die gebündelte Sichtbarmachung konkreter Inhalte sollte der interessierten Öffentlichkeit eine niedrigschwellige Alternative bieten, sich über Theorien, Forschungen und Praxen in den Gender Studies zu informieren. Auch das ZIFG beteiligte sich. Welche Aktivitäten es an dem Tag gab und wie sie wahrgenommen wurden, darüber ist mehr zu lesen auf Seite 31 dieser Ausgabe der Uferpost. Aber wir haben im Wintersemester nicht nur getwittert. Das weltweit erste digitale Repositorium der Geschlechterforschung, GenderOpen, ging im Dezember an den Start und bereits im Oktober startete ein neues Projekt im Bereich der gendersensiblen Schüler*innenarbeit, »Fix-IT. Fixing IT for Women«. Dies alles und noch viel mehr sind diesmal die Themen der Uferpost. Wir präsentieren außerdem die neuen Mitarbeiter*innen am ZIFG, aktuelle Publikationen und informieren darüber, was im Sommersemester von uns zu erwarten ist. In der Rubrik »Feature: Ein Promotionsprojekt« präsentieren wir diesmal die Arbeit von Anja Rozwandowicz, »Zur Institutionalisierung und Subjektivierung von Mentoring als gender policy an Hochschulen«.

Besonders hinweisen möchten wir auf die öffentliche Ringvorlesung, die sich in diesem Semester unter dem Titel »Politiken der Artefakte und des Wissens« ganz der Geschlechterforschung in MINT und Planungswissenschaften widmet (S. 35), auf die gemeinsam mit dem Lehrgebiet Praktische Philosophie der HU Berlin (Rahel Jaeggi) sowie Medico International organisierte Tagung zu »Emanzipation« im Mai diesen Jahres (S. 36) und schließlich auf die Vortragsveranstaltung mit Franziska Schutzbach am 2. Juli zu »Toxischen Männlichkeiten«.

Im grünen Teil der Uferpost ndet sich wie immer das kommentierte Verzeichnis der Lehrveranstaltungen. Hier präsentieren wir die Inhalte der Lehre und informieren über die Leistungsanforderungen sowie die Anrechenbarkeit in den Studiengängen der TUB.

Wir wünschen allen viel Vergnügen bei der Lektüre dieser Uferpost sowie ein erkenntnisreiches Semester.

Sabine Hark und das gesamte Team des ZIFG

Die komplette Uferpost kann hier (PDF, 1,3 MB) heruntergeladen werden.

 

Ringvorlesung: Kateřina Lišková »Marching towards modernity. Science and sexual liberation in state socialist Czechoslovakia«

Am 7.2.2018 schließt Kateřina Lišková das Programm in diesem Semester mit einem einen Vortrag unter dem Titel: »Marching towards modernity. Science and sexual liberation in state socialist Czechoslovakia«

 By tracing sexual tropes, mores and practices as they change across time and place, one can grasp the changing accents of modern societies. Adding science, the utmost contemporary social authority, creates a potent mix that forms one of the foundations of our everyday world. This talk analyzes sexuality, intimacy and gender as these were formed by sexology and related forms of expertise under state socialism in Czechoslovakia. I argue that there were two distinct approaches to sexuality, intimacy and gender during the forty years of communism. I combine the breadth of archival material produced by experts (e.g. sexological papers for the medical community, their writings for the general public, expert advice to the government or courts) with the ways people adopted this expertise (e.g. arguments during divorce proceedings, letters to the government or to the media). I show how during the 1960s, accentuating the idea of a »public family« with the equal gender roles that had been typical in the long 1950s, gave way to the »private family« with the rather traditional gender roles that came to define the late-socialist era of Normalization.

Ort: TU Berlin, Marchstraße 23, 10587 Berlin 

Raum MAR 0.011

Beginn: 18-20 Uhr, im Anschluss Brezeln und Wein

 

 

 

Ringvorlesung: Yv Nay (ICI Berlin) »Familiengefühle - Die affektiv strukturierte Normalisierung von ›Regenbogenfamilien‹«

Im Rahmen des zweiten Teils der Ringvorlesung „Politiken der Zugehörigkeit“ hält Yv Nay am 24.01.2018 am ZIFG einen Vortrag unter dem Titel: »Familiengefühle - Die affektiv strukturierte Normalisierung von ›Regenbogenfamilien‹«

Wie verändert sich die herrschende Auffassung von Familie, wenn neuerdings auch Lesben, Schwule und Trans* Kinder erziehen? Wie wird gesellschaftspolitisch debattiert, wer als Familie zählt? Diese Fragen diskutiert der Vortrag auf der Grundlage einer ethnographischen Studie zum Thema. Er zeichnet nach, wie die Figur der ›Regenbogenfamilie‹ als Kristallisationspunkt für die Aufweichung von Normalitätsvorstellungen von Familie dient und gleichzeitig konstitutiv mit einer Verfestigung rassistischer, kulturalisierender und nationalistischer Normen zusammenhängt. Die Ausführungen münden in eine affekttheoretische Reformulierung des analytischen Begriffs ›Heteronormativität‹ als Sehnsucht nach Normalität und in eine Skizze für eine Konzeption queerfeministischer Politiken affektiver Paradoxien. 

Ort: TU Berlin, Marchstraße 23, 10587 Berlin

Raum MAR 0.011

Beginn: 18-20 Uhr, im Anschluss Brezeln und Wein

 

 

Bundesweiter Wissenschaftstag zur Geschlechterforschung

Am 18. Dezember 2017 findet der bundesweite Wissenschaftstag zur Geschlechterforschung statt. Unter dem Titel #4GenderStudies werden in den Sozialen Medien und in öffentlichen Veranstaltungen verschiedene Akteurinnen und Akteure über die vielfältigen Forschungsansätze in den Geschlechterstudien informieren. Auch die Technische Universität Berlin beteiligt sich an den Aktionen.

Hier mehr lesen - und auf Twitter.

 

 

 

Das GenderOpen-Repositorium ist freigeschalten!

Das GenderOpen-Repositorium ist gelauncht und für alle frei zugänglich! Ab sofort können Sie Texte aus der Geschlechterforschung auf dem Volltextserver auffinden, herunterladen und weiterverbreiten! Sie sind herzlich eingeladen, eigene Texte auf GenderOpen einzustellen! Wir danken allen Unterstützer_innen und Interessierten ganz herzlich!

Stöbern und veröffentlichen Sie auf www.genderopen.de

Lesen Sie mehr auf blog-genderopen.de und https://twitter.com

 

 

 

GenderOpen - Feiern Sie mit uns die Freischaltung am 4. Dezember 2017 von 14 bis 16 Uhr im Foyer des Hauptgebäudes der Technischen Universität Berlin!

Lupe

 

Weitere Informationen zum Repositorium finden Sie hier.

 

 

 

VERANSTALTUNG: Gespräch mit Sabine Hark

Am 14.11.2017 findet um 18:30 Uhr ein Gespräch mit Sabine Hark anlässlich ihres neuen Buches 'Unterscheiden und herrschen' statt.

Mehr Informationen unter: https://www.goethe.de/ins/se/de/ver.cfm?fuseaction=events.detail&event_id=21094225

 

 

 

Ringvorlesung POLITIKEN DER ZUGEHÖRIGKEIT Teil II

Lupe

Was haben so unterschiedliche soziale Felder wie Familie, wissenschaftliche Disziplinen oder Sorgearrangements gemeinsam? Sie alle organisieren Zugehörigkeit, definieren, wer dazu gehört und warum. Im zweiten Teil der Ringvorlesung »Politiken der Zugehöigkeit« werden empirische Projekte und theoretische Überlegungen vorgestellt zu vergeschlechtlichten symbolischen Grenzziehungen in ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen, zu Mechanismen des Unterscheidens und Herrschens, zu neuen, privaten und öffentlichen Formen von Kollektivität, Solidarität und Fürsorge, zu veränderten Subjektvorstellungen, und dazu, wie sowohl wissenschaftliche Diskurse wie queere Praktiken unser Denken über Sexualität, Geschlecht, Intimität und Familie gestalten und verändern.

Universitatsöffentliche Ringvorlesung

01.11. / 22.11. / 13.12.2017 / 10.1. / 24.1. / 7.2.2018

mittwochs 18–20 Uhr | Raum MAR 0.011

Das vollständige Programm kann hier (PDF, 2,4 MB) heruntergeladen werden.

 

W2 Professur „Gender in MINT und Planung / Feminist STS“ ‑ Berufung von Prof. Dr. Petra Lucht

Seit August 2017 hat Petra Lucht am ZIFG die W2 Professur „Gender in MINT und Planung / Feminist Studies in Science, Technology and Society (Feminist STS)“ (befristet auf 5 Jahre) inne. Dieses Fachgebiet wurde an der TU Berlin neu etabliert und ist bundesweit einmalig in seiner Ausrichtung: In Forschung und Lehre werden inter- und transdisziplinäre Ansätze der Gender Studies mit einer umfassenden Breite an Gegenstandsfeldern und Paradigmen in Natur-, Technik- und Planungswissenschaften zusammengeführt. Der dezidierte Bezug zu den Feminist Studies in Science, Technology and Society zielt dabei insbesondere auf eine Ausrichtung auf gesellschaftsrelevante Inhalte und Anwendungsbezüge von MINT und Planung.

Die jetzt berufene Fachgebietsvertreter_in Petra Lucht, Diplom-Physiker_in und promovierte Soziolog_in, bringt langjährige Erfahrungen, inter- und transdisziplinäre Expertise sowie bundesweite und internationale Vernetzungen und Kooperationen für diese anspruchsvolle Aufgabe mit. Sie hat die Sichtbarkeit, Profilierung und auch die Etablierung der Feminist STS im bundesweiten Kontext mit befördert. Zu den Arbeitsschwerpunkten von Petra Lucht in den Gender Studies gehören die Science and Technology Studies (STS), die Methoden der empirischen Sozialforschung, die Fachkulturforschung, die Wissenssoziologie sowie die Entwicklung inter- und transdisziplinärer Forschungsprojekte und Lehrkonzepte.

Zur zukünftigen Ausgestaltung des Fachgebiets sagt Petra Lucht: „In Verschränkung und Wechselwirkung mit weiteren gesellschaftlichen Teilbereichen wie Politik, Medien und Wirtschaft werden durch Forschung, Entwicklung und Innovationen in MINT und Planung fortwährend gesellschaftliche Wandlungs- und Transformationsprozesse lokaler, regionaler, nationalstaatlicher und globaler Reichweite induziert. Eine explizite Integration von Gender- und Diversity-Aspekten, die von Ergebnissen und Forschungsperspektiven der Gender Studies ausgeht, erfolgt jedoch kaum. Dies zeitigt folgenreiche Konsequenzen für das Fortbestehen, die Re-Etablierung und die Re-Strukturierung sozialer Ungleichheiten, Normierungen und Regulierungen, die implizit und explizit von Geschlechter- und Diversity-Dimensionen durchzogen sind. Für das Fachgebiet „Gender in MINT und Planung. Feminist Studies in Science, Technology and Society“ möchte ich eine transdisziplinäre Forschungsprogrammatik etablieren und auf drei Forschungsperspektiven sowie deren Kontingenzen und Verschränkungen fokussieren: 1. die Fachkulturforschung, 2. die Wissensforschung und 3. die Anwendungs-, Technik- und Planungsgenese. So können sowohl Gender- und Diversityaspekte von MINT und Planung analysiert als auch in MINT und Planung systematisch und reflexiv integriert werden. Neben aktuellen Ansätzen der Feministischen Natur-, Technik- und Planungswissenschaften wird auch deren Historie konsequent einbezogen werden.“

Petra Lucht hat u. a. publiziert zu Fachkulturen in MINT (Lucht 2004, 2010, 2015), zur Wissenssoziologie in Naturwissenschaft und Technik (Lucht/Paulitz 2008, Lucht 2010) sowie zur Integration von intersektional orientierten Gender Studies in MINT und Planung (Lucht 2014, 2017). Zuletzt war sie Mitherausgeberin von reboot ING. Handbuch Genderlehre in den Ingenieurwissenschaften (Bath/Both/Lucht/Mauss/Palm 2017), erschienen im Lit Verlag.

Die W2 Professur „Gender in MINT und Planung / Feminist STS“ wird durch das Berliner Chancengleichheitsprogramm (BCP) gefördert.

Internet: www.zifg.tu-berlin.de/menue/team/petra_lucht/

Kontakt:

 

 

Rezension: Sabine Harks ›Koalitionen des Überlebens‹

Katrin Köppert rezensierte Sabine Harks ›Koalitionen des Überlebens. Queere Bündnispolitiken im 21. Jahrhundert‹. Lesen Sie die Rezension ›Eine Welt, die noch keinen Namen hat. Gegen die Subalternität von Solidarität‹ hier.

 

 

Neue Forschungsgruppe von der DFG bewilligt:

Recht – Geschlecht – Kollektivität. Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung (FOR 2265/0)

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am 4. Juli 2017 in seiner Sommersitzung im Rahmen der DFG-Jahresversammlung in Halle (Saale) die Forschungs­gruppe »Recht – Geschlecht – Kollektivität. Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung« bewilligt. An der Forschungsgruppe sind die Humboldt-Universität zu Berlin (HU), die Freie Universität Berlin (FU), die Technische Universität Berlin (TU) sowie die Universität Potsdam (UP) und die Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder (EUV) beteiligt.

Die Forschungsgruppe fokussiert auf Recht und Geschlecht als Dimensionen von Praxis und der Herausbildung unterschiedlicher Kollektivitäten. In den Vordergrund gerückt werden die Austauschprozesse, Wechselwirkungen, Widersprüche und Ambiguitäten, die dort ent­stehen, wo alltagsweltliche, institutionelle und rechtliche Praktiken aufeinandertreffen. Gefragt wird nach den konstituierenden und regulierenden Funktionen, die den spezifischen Modi, Praktiken und Mobilisierungsformen des Rechts zukommen und in welcher Weise Geschlechternormen und -verhältnisse in die untersuchten Kollektive und Dimensionen der Kollektivität hineinwirken. In sechs Teilprojekten werden Kollektive, Vorstellungen von Kollek­tivität und Prozesse der Kollektivierung in ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung analysiert und dabei unterschiedliche Dimensionen der Ko-Evolution von Recht, Geschlecht und Kollektivität fokussiert. Mit der Perspektive auf Kollektive einer mittleren Ebene lotet die Forschungsgruppe unterschiedliche Aggregatzustände und Intensitäten von Kollektivität aus – von eher losen sozialen Bewegungen über manifeste soziale Gruppen wie Hausgemein­schaften und Wohnkollektive bis hin zu Vereinen und (politischen) Organisationen, von denen wichtige Impulse in Hinblick auf neue Formen der Teilhabe und Sozialität auszugehen scheinen. Die Forschungsgruppe zielt erstens auf einen theoretischen Mehrwert für die empirische Rechtsforschung und die Geschlechterforschung und will zweitens einen eigenständigen Beitrag zum Verständnis der Bedeutung von Kollektivität in spätmodernen Gesellschaften im transnationalen Zusammenhang leisten.

Antragsteller*innen (in alphabetischer Reihung): Prof. Maja Apelt, Soziologie, UP; Prof. Susanne Baer, Rechtswissenschaft, HU; Prof. Beate Binder, Europäische Ethnologie, HU (Sprecherin); Prof. Sabine Hark, Gender Studies/Soziologie, TU; Prof. Eva Kocher, Rechtswissenschaft, EUV; Prof. Martin Lücke, Geschichte, FU.

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Am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) der TU Berlin ist unter der Leitung von Prof. Dr. Sabine Hark das Teilprojekt (TP) »Die Neuerfindung des Kollektiven? Zur ›Wiederentdeckung‹ des Gemeinsamen. Eine Untersuchung von Diskursen und Praktiken urbanen Wohnens in Gemeinschaften« angesiedelt.

Untersucht wird, wie Recht und Geschlecht in Projekten gemeinschaftlichen Wohnens die Möglichkeitsbedingungen und Imaginationsräume für praktische Suchbewegungen eines konkreten, alltäglichen Gemeinsamen konfigurieren und (mit‑)konstituieren. Die Unter­suchung von Projekten gemeinschaftlichen Wohnens als aktuelle Experimente neuer Formen von Subjektivierung und Kollektivierung umfasst drei Dimensionen: a) Diskurse zu gemein­schaft­lichem Wohnen; b) Berlin als Rechtsraum und ökonomisch-institutionelle Arena; c) Praktiken der Kollektivierung.

 

 

Ringvorlesung POLITIKEN DER ZUGEHÖRIGKEIT

Lupe

Universitatsöffentliche Ringvorlesung


Assoziation ist kein Luxus, sondern gehört zu den ureigensten Bedingungen und Vorrechten der Freiheit.

[Judith Butler]

Hass, Verletzung und Gewalt prägen zunehmend das (welt-)gesellschaftliche Miteinander. Rassistische, heterosexistische und klassenbasierte Herrschaftspraktiken arbeiten global an der differenziellen Formie­rung von Subjekten und damit an der asymmetrischen Verteilung von Prekarität. Grenzziehungen, die Verweigerung von Zugehörigkeit und Solidarität sowie die Durchsetzung einer gesellschaftlichen Moral, die Verwerfung statt Anteilnahme favorisiert, sind Insignien unserer Zeit.

Die Ringvorlesung am ZIFG rückt vor diesem Hintergrund verschiedene politische, rechtliche, kulturelle, repräsentationale, literarische und moralische Politiken und Praktiken, die Zugehörigkeit und Grenzziehungen verhandeln, in den Mittelpunkt. Allen Beiträgen gemein­sam ist die Einsicht, dass eine Ontologie vonein­ander unabhängig gedachter Identitäten weder etwas zu jenem analytischen Vokabular beizutragen hat, das uns dabei hilft, die weltweiten Interdependenzen und global verflochtenen Netzwerke der Macht zu begreifen, noch, wie wir ein Ethos erlernen, das sich nicht nur an diejenigen richtet, mit denen wir uns verbunden fühlen, son­dern ebenso an jene, die wir weder kennen noch durchschauen, mit denen wir nichts zu tun haben wollen.

Das vollständige Programm kann hier heruntergeladen werden.

 

DFG-Projekt »GenderOpen - ein Repositorium für die Geschlechterforschung« gestartet

Zum 1. Oktober 2016 haben drei wissenschaftliche Mitarbeiter_innen und drei studentische Hilfskräfte mit dem Aufbau eines fachlichen Repositoriums begonnen. Im Rahmen des geförderten Projekts verfolgen sie die Absicht, Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Geschlechterforschung im Sinne des Open-Access-Gedankens frei zur Verfügung zu stellen und nachhaltig zu sichern. Durchgeführt wird das Projekt, das am Margherita-von-Brentano-Zentrum angesiedelt ist, in Kooperation mit dem Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (HU) und dem Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (TU).

»GenderOpen« – ein Repositorium für die Geschlechterforschung

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