TU Berlin

Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und GeschlechterforschungThomas Gloy

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Thomas Gloy

Moral im Nationalsozialismus

 

Meine Dissertation befasst sich mit der Frage, welche spezifische Moral durch den Nationalsozialismus kreiert wurde, oder, in anderen Worten, wie sich der Nationalsozialismus selbst über eine spezifische Moral konstituiert hat. Wenn man über die Genese einer nationalsozialistischen Moral nachdenkt, eine Geschichte, die noch geschrieben werden muss, kommt einem sofort Michel Foucaults Diskurstheorie in den Sinn. Diese Theorie ist als eine Methode konzipiert, die Gegenwart als eine Situation zu rekonstruieren, die eine Geschichte hat. Sie erlaubt eine Rekonstruktion von Alltagsgeschichte mit all ihren Dynamiken und Transformationen. Denn moralisches ist kein beliebiges, sondern vielmehr machtvoll konstruiertes Wissen, welches eine Gesellschaft befähigt zwischen Gut und Böse zu differenzieren und hierüber ein System von In- und Exklusion organisiert. Moral zielt – und das ist besonders wichtig – auf die freiwillige Befolgung von Codes und Normen ab. Die Analyse der Formen, Kontinuität und Brüche in der Alltagsmoral des Nationalsozialismus kann also maßgeblich zur Klärung einer Frage beitragen, die bis heute nicht abschließend geklärt ist: wie konnte der Nationalsozialismus nach Übernahme der Regierungsgewalt so große Popularität und öffentliche Unterstützung erlangen?

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