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Mike Laufenberg
Die Regierung der Sexualität – Subjektivität, Wahrheit und Macht im Zeitalter der Biologie
Von einer Regierung der Sexualität zu sprechen, beinhaltet einen doppelten Genitiv: Als genitivus objectivus ist Sexualität Gegenstand von Regierungstechniken, d.h. sie wird im weitesten Sinne zum Objekt von Praktiken, die das Ziel haben, sie zu steuern. Gleichzeitig kann Sexualität als genitivus subjectivus selbst als etwas gedacht werden, das regiert, und das hieße, in ihr eine Technik zu sehen, mittels derer Menschen geführt werden können. In der Dissertation werden Prozesse der Konstituierung von sexueller Subjektivität als zentraler Modus und als Funktionsweise solcher Regierungstechniken untersucht. Ausgehend von einer Co-Produktion von gesellschaftlichem und wissenschaftlichem Wissen über „sexuelle Orientierungen“ wird die Biologie als besonderes Produktionsregime von Wahrheitsdiskursen erschlossen, das in der Geschichte sexueller Subjektivitäten und der vielfältigen Versuche, diese regierbar zu machen, eine bedeutende Rolle spielt. Wissen aus Genetik, Neurowissenschaften oder Endokrinologie wird Bestandteil von Regierungswissen und damit zum Gegenstand und Medium von Auseinandersetzungen, in denen es um mehr geht als die alte Frage nach den „Ursachen“ etwa von Homo- oder Transsexualität. Die Verwissenschaftlichung und gleichzeitige Politisierung sexueller Subjektivitäten geht im Zeitalter der Biologie vielmehr mit Kämpfen einher, in deren Kern es um die Frage geht, welche Existenzweisen und Körper wir als lebbar erachten.

